MI 28. Mai – 15 Uhr
Johann Sebastian Bach
Toccata und Fuge d-Moll ("dorisch"), BWV 538
Charles-Marie Widor
Toccata
Gunther Rost, Orgel
Ute Rost, Moderation
Spricht man über berühmte Orgelwerke und die Form der "Toccata" folgt in Bekannt- und Beliebtheit unmittelbar nach der Bachschen d-Moll-Toccata das Finale aus der 5. Orgelsinfonie des französischen Komponisten Charles-Marie Widor. Die Orgel verdankt Widor die Gattung der Orgelsymphonie, von denen zehn aus seiner Feder stammen. Die Toccata aus Widors 5. Sinfonie zeigt die Orgel in ihrer überwältigendsten Form – in strahlendem F-Dur begleiten virtuose Spielfiguren in den Manualen ein majestätisches, einprägsames Bassthema im Pedal. Geschrieben für ein großes, symphonisch-romantisches Instrument und einen entsprechenden Raum nimmt das Werk zu Recht einen festen Platz im Orgel-Konzertrepertoire ein.
Die Bach-Toccata in diesem Bühnenkonzert trägt zwar denselben Namen wie die bekanntere d-Moll-Toccata BWV 565, es handelt sich aber um ein anderes, nicht minder großartiges Werk. Der zur besseren Unterscheidung häufig hinzugefügte Beiname "dorisch" ist wohl darauf zurück zu führen, dass die übliche Generalvorzeichnung mit einem "b" für die Tonart d-Moll in der Notation der "dorischen" Toccata fehlt (vielleicht eine Referenz Bachs an den alten Stil, den dorischen Modus – der ersten Kirchentonart).