Gunther Rost führte bereits als Schüler führte das gesamte Bachsche Orgelwerk auf. Er gewann über ein Dutzend internationaler Auszeichnungen, u. a. den Leipziger Bachpreis, war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und Träger des Bayerischen Kulturförderpreises.
Er studierte Orgel bei Günther Kaunzinger (Würzburg) und Marie-Claire Alain (Paris). Mit 24 Jahren begann er, zunächst am Konservatorium und kurz darauf auch an der Hochschule für Musik Würzburg, selbst junge Organistinnen und Organisten auszubilden, bevor er mit 27 Jahren als Universitätsprofessor für Orgel und Improvisation an die Kunstuniversität Graz berufen wurde. Als Gast unterrichtete er außerdem u. a. an der Royal Academy of Music London, der Chopin Akademie Warschau und dem Tschaikowsky Konservatorium Moskau.
In Graz gründete Gunther Rost das Zentrum für Orgelforschung und konzipierte mehrere mobile Konzertorgeln, u. a. für das ortsunabhängige Zusammenspiel mit Orchester.
Der Künstler veröffentlichte Aufnahmen bei Motette, OehmsClassics und der Deutschen Grammophon.
Engagements führen Gunther Rost als Solist zu den Konzerthäusern von Wien und Berlin, der Philharmonie und dem Mariinsky Theater Sankt Petersburg, in das Auditorio Nacional de Música Madrid, zum Rheingau Musik Festival und dem Bachfest Leipzig.
Von 2012 bis 2014 war er Organist in Residence der Bamberger Symphoniker.
Gunther Rost arbeitete mit Künstlern und Ensembles wie Tine Thing Helseth, Elīna Garanča, dem Windsbacher Knabenchor, dem Thomanerchor Leipzig und dem Chor des Bayerischen Rundfunks, dem FOK Prag, den Münchner Bachsolisten, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, der Staatsphilharmonie Nürnberg, dem Gewandhaus Orchester Leipzig, dem Malaysian Philharmonic Orchestra und dem Dallas Symphony Orchestra zusammen.
Durch die Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponsiten initiierte Rost zahlreiche Neukompositionen für sein Instrument. Er spielte wiederholt Uraufführungen von Solowerken, Kammermusik und Konzerten für Orgel und Orchester und legte die erste autorisierte Gesamteinspielung der Orgelwerke Petr Ebens vor.
2018 gründete er das '4D Orchester', 2023 '4D Barock' – beide Ensembles widmen sich unter seiner Leitung u. a. der Erschließung von zentralem Repertoire für die Orgel.
In der Steiermark setzt sich Rost für die verstärkte Wahrnehmung der Orgel in der Bevölkerung ein. So rief er an der Grazer Kunstuniversität ein Frühförderprogramm für Orgel ins Leben, veranstaltet Konzerte im Rahmen des Festivals Orgelfrühling Steiermark und dokumentiert wertvolle Instrumente im Rahmen eines mehrjährigen Aufnahmeprojekts. Seit 2025 lädt er in Graz das Publikum im Stefaniensaal zu sich auf die Bühne ein, um dort Einblicke in die Welt der Orgel und ihrer zentralen Kompositionen zu gewähren.
Foto © Christian Jungwirth
